Die Sonne brennt, ich irre über den Campus von Katima Mulilo und versuche zum 375. Mal eine Internetverbindung herzustellen. Doch es ist Wochenende und anscheinend wird hier das Internet am Wochenende abgeschaltet. Man spart, wo man kann.

Seit über einem Tag haben wir auch kein fließend Wasser mehr auf dem ganzen Campus – ob das auch zu den Sparmaßnahmen gehört?

Mir läuft der Schweiß ins Gesicht, er brennt in meinen Augen, und ich ertappe mich dabei zu wünschen, dass ich mir vielleicht doch eine andere Masterarbeit ausgesucht hätte.

Dabei fing alles doch so vielversprechend an!

Letzten Mittwoch stieg ich abends in den Flieger, der mich nach drei Jahren endlich wieder nach Afrika bringen sollte. Nach über drei Jahren, in denen ich von Afrika geträumt habe, in denen ich viel gereist bin und sowohl das erste Mal in Asien sowie in Mittelamerika war. Doch all diese Reisen konnten nicht mit meiner Zeit in Botswana mithalten, auf all diesen Reisen habe ich mich nie mehr so frei und wild gefühlt, wie in Afrika…

Deshalb wollte ich unbedingt zurück und meine Masterarbeit auch wieder in Afrika schreiben.

Flug von Johannesburg nach Kasane

Mit Airlink gehts von Johannesburg nach Kasane

Und jetzt sitze ich hier, im Campus von Katima Mulilo von der Universität Namibia, und fühle mich so unfrei wie nur irgendwie möglich. Von einem Zaun umgeben liegt der Campus der Uni etwa einen Kilometer außerhalb der Stadt Katima. Einen Minibus habe ich noch nicht gesehen und außerdem gibt es in der Stadt auch nicht viel mehr zu tun, als in einem der diversen und gleich aussehenden Spars, Shoprites oder Pick’n‘Pays einzukaufen.

Und so sitze ich in meinem umzäunten Garten in einem umzäunten Campus und beobachte die Vögel, wie sie flink und frei durch die Bananenbäume turnen und mit einem wilden Gruß davonfliegen.

Hach, ein Vogel sein…

Apropos Vögel, mein Betreuer ist leidenschaftlicher Ornithologe und scheinbar kann er mit seiner Begeisterung für Vögel auch bei mir einen Funken zünden. Den ersten Morgen geht es nämlich gleich um kurz vor 6 Uhr morgens raus aus der Stadt und an den Fluss, den Zambesi, der nur wenige Hundert Meter von Stadtzentrum entfernt seinen Lauf Richtung Victoria Falls nimmt.

Und was wir sehen begeistert mich: bunte Eisvögel, leuchtende Bienenfresser, große Raubvögel und auch in Deutschland heimische Arten begegnen uns. Als ich den vertrauten Ruf der Nachtigall aus den Bäumen höre und ein Schwarm Schwalben über unser Auto saust, ist meine Motivation wieder da!

Langsam, wie das Wasser aus unserer Leitung, kommt auch meine gute Laune wieder. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich nach mehr als zwei Tagen endlich wieder duschen und die Klospülung benutzen kann.

Außerdem endeten diesen Montag die Ferien und die Uni ist wieder bevölkert von Studenten. Aus dem ganzen Land kommen junge Leute, um mehr über die Tiere und Ökosysteme Afrika zu lernen. Meine Betreuer, der Direktor des Departments sowie einer der Professoren, laufen geschäftig von Meetings zu ersten Vorlesungen und Vorstellungsrunden mit den neuen Studenten.

Auch ich darf gleich am ersten Tag einen Vortrag über meine Arbeit und mein Studium in Potsdam halten. Zur Feier des Tages und um die Beziehungen unserer Unis zu stärken, werde ich heute noch dem Direktor des Campus vorgestellt. Bin mal gespannt, was ich dann erzählen darf.

Morgen geht’s dann mit dem Flieger weiter nach Windhuk, wo ich endlich mein Auto abholen werde und dann die Freiheit habe, dorthin zu fahren wo und wann ich möchte! Außerdem freu ich mich auf den Pool im Hostel morgen 😀

Tierische Highlights der letzten Tage:

  • Elefanten-Herde mit ganz kleinen Babys direkt nach meiner Ankunft in Botswana
  • Ein (erstaunlich flinkes) Chamäleon in Garten
  • All die bunten Vögel, die ich gerade kennenlerne

Tierische Abturner der letzten Tage:

  • Mücken!!! Ohne Moskitonetz wäre ich ein wandelnder Mückenstich! Trotz täglicher Ausräucherungsaktionen wohnen mindestens 50 Stück in meinem Zimmer…
  • Kakerlaken – im Kühlschrank. Da hört die Tierliebe auf.

 

Das war die erste Woche in Afrika und noch spannende 15 weitere kommen! Ich nehme euch noch mit auf meine Reise ins Okavango Delta, wo ich in einer Luxus-Lodge meine Feldaufnahmen für die Masterarbeit machen werde, dann noch ein weiterer Trip nach Namibia und nach Südafrika solls am Ende auch noch mal gehen!

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