Der Herbst steht vor der Tür, die Blätter verfärben sich gelb und wie jedes Jahr fragst du dich wieder, wie schnell der Sommer dann doch auf einmal vorbei war?

Die kalte Jahreszeit hat jetzt begonnen, deine dicke Jacke ist schon ausgepackt, aber eigentlich würdest du am liebsten die ganze Zeit im Bett verbringen und nicht in das kalte, nasse Wetter da draußen hinaus?

Doch das solltest du unbedingt!

Gerade Berlin im Herbst hat besonders viel zu bieten!

Besonders im Herbst gibt es in Berlin viel zu entdecken und auch das Umland in Brandenburg zeigt sich von seiner buntesten und abwechslungsreichsten Seite. Und falls es doch einmal zu ungemütlich wird für Ausflüge in der Natur, habe ich auch tolle Tipps für gemütliche Stunden im Herbst in Berlin.

Und hier kommen sie:

Meine 10 Tipps für einen abwechslungsreichen Herbst in Berlin

 

Tipp 1: Festival of Lights

Die Tage werden kürzer, die Nächte dunkler und die Temperaturen kleiner? Abends würdest du dich am liebsten auf dem Sofa verkrümeln statt in der Stadt unterwegs zu sein?

Doch dieses Wetter ist genau das Richtige für das Festival of Lights!

Internationale Künstler haben Lichtshows für über 50 Gebäude in Berlin entworfen. Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor oder der Berliner Dom werden mit aufwendigsten Lightshows illuminiert, es gibt sogenannte Lichtkonzerte am Wochenende, bei denen die Lightshows mit Musikern untermalt werden und interessante Lichtinstallationen überall in der Stadt.

Brandenburger Tor beim Festival of Lights

Das Brandenburger Tor auf wendig illuminiert beim Festival of Lights

Auch für Ur-Berliner immer wieder ein tolles Ereignis und eine Möglichkeit die eigene Stadt aus ganz anderer Perspektive zu erleben.

Schnappt euch euren Liebsten, kuschelt euch aneinander und lasst euch einfach treiben und entdeckt die vielen spannenden Lightshows in der Stadt.

Eine Karte zu den Orten des Festival of Lights sowie zum Festival Berlin Leuchtet findet ihr auf den jeweiligen Seiten.

 

Tipp 2: Drachensteigen auf dem Tempelhofer Feld

Der Wind pustet draußen kräftig und die grauen Wolken ziehen am Himmel schnell vorbei. Erinnerst du dich manchmal, wie du früher im Herbst auch deinen Drachen ausgepackt und steigen lassen hast?

Dann nichts wie rauf aufs Tempelhofer Feld zum Drachensteigen!

Berlins größte Freifläche ist gerade dazu geschaffen, an einem windigen Sonntagnachmittag wieder den eigenen Drachen auszupacken oder das Schauspiel der tanzenden Drachen einfach zu genießen. Hier herrschen perfekte Windbedingungen und das Feld ist groß genug, dass du nicht Gefahr läufst, deinen Drachen dem nächstbesten auf den Kopf zu knallen.

Riesendrachen Festival Berlin

Endlich hat das herbstliche Wetter mal was Gutes: Drachen steigen lassen…

Tempelhofer Feld

… wie hier beim Riesendrachen Festival auf dem Tempelhofer Feld

Wer sich noch sportlich betätigen will, kann den Wind auch zum Windsurfen nutzen, ne Runde skaten oder Fahrrad fahren. Wer einfach nur über das ehemalige Flughafengelände spazieren will und dabei die bunten Drachen bestaunen will, kann das natürlich auch tun.

Hauptsache einmal kräftig durchpusten lassen, dann schmeckt hinterher der heiße Tee und das Stück Kuchen im Café noch viel besser!

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Tipp 3: Die Abhöranlage Teufelsberg entdecken

Wer Lust hat auf ein bisschen Abenteuer und Nervenkitzel, sollte sich die Abhörstation Teufelsberg nicht entgehen lassen.

Unter euren Füßen erhebt sich ein riesiger Berg Schutt. Kriegsschutt – denn damit fing alles an. Die Trümmer des Zweiten Weltkrieges bilden das Fundament des 120 Meter hohen Teufelsberges im Westen der Stadt. Die Amis nutzten diese exponierte Lage mit Blick über die ganze Stadt, um im Ost-West-Konflikt immer auf dem neuestem Stand zu sein.

Damals gab es zwar noch keine NSA – abgehört wurde trotzdem schon fleißig. Und diese Spionage-Anlage der USA könnt ihr heutzutage besichtigen – wenn auch semi-legal durch Löcher im Bauzaun oder eine offizielle Führung mit Zeitzeugen und ehemaligen Mitarbeitern der Abhörstation.

Abhörstation Teufelsberg in Berlin

Schon von weitem sieht man die geheimnisvollen Türme auf dem Teufelsberg

Aussicht über den Grunewald und die Kupplen

… mit wunderschöner Aussicht auf den herbstlichen Grunewald

Einmal drin heißt es: aufpassen, wohin man tritt. Die Treppe ist ohne Geländer – der hohle Fahrstuhlschacht gefährlich nah.

Oben angekommen bietet sich euch ein spektakulärer Blick auf Berlin und den herbstlich gefärbten Grunewald, umgeben von einer surrealer Industrie-Atmosphäre und begleitet vom Flattern der weißen Plastikplane, die den Abhörturm einst verhüllt und sich inzwischen abgelöst hat.

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Tipp 4: Museumstour im Museum für Film und Fernsehen

Draußen stürmt‘s, der Regen peitscht gegen das Wohnzimmerfenster – was machen?

Ab ins Museum!

Berlin bietet über 175 Museen und natürlich jede Menge Ausstellungen, aber das Museum für Film und Fernsehen ist schon was Besonderes. In dem Haus im Sony Center am Potsdamer Platz durchlebt ihr eine Zeitreise durch die Filmgeschichte, großflächig arrangiert, mit vielen spannenden Exponaten.

Museum für Film und Fernsehen

Hineinspaziert ins Museums für Film und Fernsehen…

Der Spiegelsaal gleich am Eingang – verwirrend gut. Die alten Projektoren – atmosphärisch. Opulente Kostüme, nachgebaute Kulissen, die dekadente Reisekoffer-Ausstattung der „Dietrich“, ein echter Oskar, Schubladen mit Filmsequenzen – all das gibt es hier zu sehen.

Überraschend und was fürs Klugscheißen beim nächsten Kneipenabend mit den Freunden: die Übersichts-Wand mit den erfolgreichsten deutschen Filmen eines jeden Kinojahres.

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Tipp 5: Kraniche in Linum erleben

Wer im Herbst gerne draußen ist und die Natur erlebt, sollte sich den alljährlichen Kranichzug nicht entgehen lassen!

Wenn sie in der rosa-violett gefärbten Abenddämmerung in Sechser-Formationen mit ihren majestätischen Flügelschwingen und ihrem Trompeten-Gesang über die Köpfe der Schaulustigen gleiten, dann kann man verstehen, warum Kraniche uns Menschen bis heute in den Bann ziehen.

Kraniche in Linum

Nicht nur Kraniche, auch tausende Gänse treffen sich in Linum…

Kranichzug in Linum

… und formen beeindruckende Formationen

Jedes Jahr im Herbst spielt sich in Linum dieses beeindruckende Naturschauspiel ab.

Hier kommt ihr den Vögeln so nah, wie sonst kaum. Bis zu 120.000 Kraniche rasten in der Feld- und Wiesenlandschaft rund um das kleine Dorf nordwestlich von Berlin, bevor es Richtung Süden geht – in die Wärme.

Wer mehr über ihren Zug und ihre faszinierenden, sozialen Eigenschaften lernen möchte, kann sich einer Kranich-Führung vom NABU anschließen (Anmeldung erforderlich).

Für den Ausflug in der Dämmerung solltet ihr gute 4 Stunden einplanen (Auto sinnvoll).

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Tipp 6: Tropische Auszeit in der Biosphäre Potsdam

Es schüttet draußen, die Temperatur liegt bei knapp 3° C und ihr wünscht euch eigentlich nur ins Warme? Am liebsten sogar in die Tropen?

Dann fahrt doch einfach hin!

Na gut, so schnell kommt man jetzt nicht in die echten Tropen, aber in der Biosphäre Potsdam könnt ihr das schlechte Wetter draußen schnell vergessen und euch wie im echten Regenwald fühlen.

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Die Haupthalle der Biosphäre Potsdam gleicht einem dicht bewachsenen Tropen-Wald – neben euch rauscht ein Wasserfall in einen kleinen Teich mit Schildkröten und schillernden Fischen. Bunte Schmetterlinge flattern durch die Luft, kleine Vögel zwitschern aus dem tropischen Geäst hervor und ein schmucker Goldfasan rennt euch womöglich vor die Füße. Auf der Suche nach seiner Gattin.

Die Biosphäre Potsdam, ehemalig entstanden für die BUGA 2001, bietet heute 365 Tage im Jahr Urlaubsstimmung pur. Zusätzlich könnt ihr in wechselnden Ausstellungen mehr über den Lebensraum Regenwald und seine Bewohner lernen.

Unbedingt anschauen: das Schmetterlingshaus. Vielleicht landet ja sogar einer der Riesen-Falter bei euch auf der Hand.

Wie wäre es nach ausgiebigen Bestaunen der Tiere und Pflanzen mit einem bunten Cocktail im Café?

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Tipp 7: Geschichte hautnah in der Gedenkstätte Hohenschönhausen

Hier könnt ihr eine Zeitreise in die Vergangenheit machen. Zurück in die dunkle Phase der deutsch-deutschen Trennung. Als eine Mauer Familien und Freunde trennte. Und der zweitgrößte Arbeitgeber auf der östlichen Seite des Todesvorhangs ein erbarmungsloser Geheimdienst war.

Gedenkstätte Hohenschönhausen

Mit Wachtürmenüberwacht: Der Eingang zur Gedenkstätte Hohenschönhausen

Im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen wurden Regimekritiker und Andersdenkende festgehalten, verhört und psychisch und körperlich gefoltert. Die beklemmende Atmosphäre der Verhörräume, der penetrante Geruch der DDR-Möbel, die furchtbare Enge des Innenhofs, das ausgeklügelte Ampel-System in den Gängen  – all das kann man heute noch am eigenen Leib erleben.

Spannend: ehemalige Häftlinge führen durch das Gebäude und erzählen von ihren persönlichen Erlebnissen – Gänsehautgefahr!

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Tipp 8: Ein Besuch im Bundestag

Okay, ich gebe zu: Der Bundestag ist ein Touri-Evergreen in Berlin. Keine Frage.

Aber es spricht ja trotzdem nichts dagegen sich auch als Ur-Berliner den herrlichen Ausblick von der Dachterrasse auf das einzigartige Hauptstadt Panorama zu gönnen. Ihr könnt euch in der faszinierend konstruierten Kuppel bis nach oben zu schlängeln, dabei auf die blauen Sitze unserer Parlamentarier im Plenarsaal herabzuschauen und euch wie Mutti Merkel höchst persönlich fühlen.

Dachterrasse des Bundestags

Traumhafte Aussicht von der Dachterrasse des Bundestags auf das herbstliche Berlin

Wer schon immer wissen wollte, warum es im Reichstag russische Graffitis gibt, was ein Hammelsprung ist und warum Adolf Hitler im Kellergeschoss eine Schublade besitzt, der kann sich für eine der zahlreichen Hausführungen anmelden. Nach der Führung geht’s zusätzlich hoch aufs Dach. Und vielleicht erwartet euch da ja ein wunderbarer Sonnenuntergang vor der Silhouette Berlins.

Kleiner Tipp: spät abends ist es nicht so voll und das nächtliche Berlin von oben sieht traumhaft aus.

Wichtig: unbedingt längerfristig planen und vorher online anmelden – auch bei einem reinem Kuppelbesuch.

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Tipp 9: Tiere streicheln im Wildpark Schorfheide Chorin

Brünftige Hirsche, bunte Blätter, unzählige Pilze – der Herbst ist die Jahreszeit der Natur!

Und wo kann man die Natur und die Bewohner des Waldes besser erleben als in einem Wildpark?

Przewalski-Pferde im Wildpark Schorfheide

Nachzucht der echten Wildpferde: das Przewalski-Pferd

Im Wildpark Schorfheide Chorin könnt ihr Tiere und Natur hautnah erleben! Hier streifen unter anderem Wölfe, Luchse und Wisente durch ihre großzügigen Gehege. Doch nicht nur die großen, beeindruckenden Waldbewohner sind hier zu Hause, denn auf euch warten natürlich auch die zutraulichen (und immer hungrigen) Ziegen, Pferde, Schweine und Kaninchen auf eine ausgiebige Streicheleinheit.

Wer also noch ein bisschen trockenes Brot zu Hause oder idealerweise im Herbst schon ganz viele Kastanien und Eicheln gesammelt hat: Im Wildpark werdet ihr ganz schnell neue Freunde haben.

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Tipp 10: Einen Lost Place entdecken – Alte Schwimmhalle Pankow

Wie wäre denn mal ein kleiner Herbst-Trip mit ein bisschen Gruselfaktor?

Scherben knirschen unter den Schuhen. Die Tür einer Umkleidekabine quietscht leicht im Wind. Eine Erkundung des ehemaligen Schwimmbads Pankow ist nichts für schwache Nerven.

Das alte Schwimmbecken der Schwimmhalle

Schon seit mehreren Jahren schwimmt hier keine mehr seine Runden…

Der Lost Place liegt umzäunt mitten in dem beschaulich bürgerlichen Stadtteil im Nordosten Berlins. Hier wurde schon lange nicht mehr durchs Becken gekrault. Die ehemalige Freizeit- und Sportstätte ist zum Abenteuerspielplatz geworden. Schon beim „Durch-die-Absperrung-quetschen“ fängt der Nervenkitzel an. Das Schwimmbecken im Innern ist zur Kunstbühne für Graffiti-Sprayer geworden.

Scary: Die Umkleidekabine und der Toiletten-Trakt sind dunkel und verwinkelt. Nur sehr Mutige spielen hier im Halbdunkel noch Verstecken. Danach könnt ihr zur Beruhigung der Nerven und zum Aufwärmen erstmal Café trinken gehen.

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Was hast du noch für Tipps für Berlin im Herbst?

Was sollte man auf jeden Fall gemacht haben, was kann man bei Regenwetter machen oder wo kann man gut im Café sitzen und Bücher lesen?

Ich freue mich über alle Kommentare, also schreibt mir eure Tipps für den Herbst in Berlin! 

Wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich natürlich sehr, wenn du ihn mit deinen Freunden teilst.

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9 Responses

  1. Uli

    Ein schöner Beitrag mit tollen Fotos!
    Das eine oder andere werd ich sicher mal selbst ausprobieren 🙂
    Liebe Grüße
    Uli

    Antworten
    • Carina

      Hallo Uli,
      Freut mich, dass dir der Artikel gefällt und dich hoffentlich zum Entdecken der Orte inspiriert!
      Liebe Grüße,
      Carina

      Antworten
  2. Lorena

    Hallo! Ein wirklich toller Artikel mit sehr schönen Bildern! Da ich dieses Jahr bereits einen längeren Urlaub im Hotel Schlanders gemacht habe, wollte ich demnächst noch einen Kurztrip nach Berlin machen. Ich werde definitiv einige Tipps aus deiner Liste beherzigen =) Vielen Dank für deinen Artikel und schöne Grüße

    Antworten
    • Carina

      Hallo Lorena,
      Danke für das Lob 🙂
      Ich finde Kurztrips auch immer toll und Berlin eignet sich dafür auch hervorragend! Es gibt immer so viel zu entdecken (heute war ich zum Beispiel das erste Mal auf dem größten Jüdischen Friedhof Europas in Berlin Weißensee). Also, selbst ich als Berlinerin hab noch längst nicht alles gesehen!
      Liebe Grüße und dir viel Spaß in Berlin 🙂
      Carina

      Antworten
  3. Jules

    Liebe Carina!
    Bin gerade auf deinen Blog gestoßen und finde ihn echt super. Vor allem das nachhaltige Reisen ist genau das was ich auch machen will und worauf ich wert lege.
    Plane gerade meinen Südostasien Trip für nächstes Frühjahr (allein mit dem Rucksack) und werde mir bestimmt noch jede Menge Inspiration auf deinem Blog holen.
    Tolle Tips übrigens auch in Berlin. War gerade erst im September das erste Mal dort. Hab aber nur das übliche Touristenzeug gemacht. Aber fürs nächste Mal weiß ich besser Bescheid 🙂
    GlG Jules
    http://www.mabelicious.com

    Antworten
  4. Thomas

    Eine tolle Zusammenstellung! Schön, dass auch Hohenschönhausen dabei ist. Dieser Ort gehört für mich – abseits von all den klassischen Sehenswürdigkeiten – zu den interessantesten in Berlin. Wer hin will, dem kann ich nur empfehlen eine Führung mit dem Zeitzeugen Karl-Heinz Richter zu buchen. Ich habe mal eine mit ihm gemacht. Es war einfach unbeschreiblich. Unter http://www.breitengrad66.de/2013/03/24/zu-besuch-im-stasi-knast/ habe ich einen kleinen Versuch unternommen.
    Liebe Grüße
    Thomas

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  5. Synke

    Ob du es glaubst oder nicht, da sind sieben Inspirationen dabei, die ich noch nicht gemacht habe oder nicht kenne! Danke <3

    LG Synke

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    • CiriHofi

      Und das, obwohl du doch diejenige bist, die so manchen Geheimtipp auf Lager hat 😉
      Schön, das freut mich! Vielleicht machen wir ja auch mal was davon zusammen 🙂

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  6. Maria

    In Friedrichshagen das Wasserwerk besuchen oder den Museumspark in Rüdersdorf – das sind für mich immer Besuche, die mit freudestrahlen lassen!

    Antworten

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