Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Mischa Miltenberger.

Mischa schreibt auf seinem Blog Adios Angst – Bonjour Leben über eine sechsmonatige Europareise, die er mit seinem VW Bus „Dr. D“ von Mai bis Oktober 2014 unternommen hat, über Mut zu Veränderungen, Herausforderungen und die Frage, wie man mit diesen und seinen Ängsten umgehen kann.

Begleitet wird das Ganze von Ideen und Beiträgen zur positiven Lebensführung.

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Sardinien hier, Sardinien dort. Was wollen alle immer mit Sardinien?

Das habe ich mich gefragt, BEVOR ich auf Sardinien war.

Ich bekam mit der Zeit das Gefühl, der einzige zu sein, der noch nie dort war. Alle jubelten „Sardinien ist soooo schön“, und ich dachte mir: „Wird schon ganz nett sein, wie so vieles im Süden. Aber so etwas Besonderes?“

Seit ich im Oktober mit einem Freund zwei Wochen dort war – zwei Mann und zwei VW Busse – weiß ich:

Sardinien ist wirklich nichts Besonderes. Denn das wäre eine Untertreibung.

Ich sage nur: Türkisfarbene Buchten auf der Ostseite, die einen an die Südsee erinnern, wilde Brandung – zum Teil sogar mit Surfspots – auf der Westseite, eine rund 100 Meter hohe Düne, glasklares Wasser, nicht enden wollende Strände, Campingplätze direkt am Meer, liebevolle Menschen, und, und, und …

Türkises Meer auf Sardinien

Türkises Wasser, einfach paradiesisch

Küste auf Sardinien

Die Küste ist ein Traum!

Kurz gesagt: Sardinien ist traumhaft, fantastisch, atemberaubend und hat mich vollkommen verzaubert.

Ich habe mich vom ersten Tag an in die Insel im Mittelmeer verliebt. Binnen zwei Wochen wurde daraus eine stürmische Liebesaffäre.

Rund 1000 Kilometer haben wir in knapp zwei Wochen zurückgelegt – hier findest du die genaue Reiseroute – und haben immer wieder über die nicht enden wollende Schönheit der Natur gestaunt.

Für Camper ist Sardinien im Herbst ein Traum und eine Herausforderung zugleich. Ein Traum, weil auf den Straßen nicht mehr die Hochsommer-Hektik zu spüren ist, weil die Preise deutlich nachlassen und weil zu dieser Zeit selbst das Wildcampen geduldet wird.

Gleichzeitig aber auch eine Herausforderung, weil Mitte Oktober die meisten Campingplätze schließen. Wer also grundsätzlich nur auf Campingplätze geht oder alle paar Tage mal eine kleine Pause vom Wildcampen und eine Dusche braucht, muss sich informieren, welcher Platz noch offen hat.

Aber auch das ist kein Problem: Wenn du nicht mit Scheuklappen durch die Gegend rennst, triffst du andauernd supernette Leute, die dir Tipps geben können. Wir sind ohne Karte und ohne irgendwelchen Infos auf Sardinien angekommen und haben uns von Empfehlung zu Empfehlung gehangelt. Das war genial!

Mit diesen Tipps, unseren Spürnasen und einer gewissen Ausdauer sind wir immer wieder an bemerkenswerten Stellplätzen gelandet. Wir „Stellplatz-Fetischisten“, wie wir uns genannt haben, wollten nicht weniger als immerzu den perfekten Übernachtungsplatz.

Ob uns das gelungen ist? Ich denke, die Bilder sprechen ihre eigene Sprache.

Camping am Strand auf Sardinien

Der perfekte Stellplatz!

Strand auf Sardinien

Nur ein kurzer Weg über den feinen Strand und schon kann die morgendlich Schwimmrunde starten!

Was gibt es denn Geileres, als morgens um 7 Uhr aufzuwachen, von deinem Bus aufs Meer zu schauen, das gerade einmal 5 Meter entfernt ist, die Kamera zu holen, um den Sonnenaufgang zu fotografieren und dann in die Badehose zu schlüpfen und ins Wasser zu hüpfen?

Oder abends in der Dämmerung das Grillfeuer anzuzünden, beim Abendessen direkt aufs Meer zu blicken und bei milden 20 Grad sowie dem ein oder anderen Glas Wein der Brandung zuzuhören?

Wir waren zwar ab und an in den kleinen, bezaubernden Ortschaften zum Einkaufen oder um ins Internet zu gehen. Aber dann hat es uns ganz schnell wieder raus in die Natur, an die Strände gezogen. Dieses wunderbare Gefühl der absoluten Freiheit wollten wir maximal auskosten.

Küste auf Sardinien

Der Blick auf das raue Meer und die sanften Berge: absolute Freiheit!

Apropos Freiheit:

Die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Sardinien sind eher theoretischer Natur. Da gilt das alte Motto „When you are in Rome, do as the Romans do“, was nichts anderes heißt, als dass du ganz schnell alle Schilder ignorierst. Sonst wirst du nämlich zu einem Verkehrshindernis, und das haben die sardischen Autofahrer gar nicht gern.

An den vielen Panoramastraßen gibt es aber genug Buchten, um hinauszufahren, in Ruhe die Landschaft zu genießen und Fotos zu machen. Zum gemütlichen In-der-Landschaft-herumcruisen-und-staunen sind die Straßen sowieso zu kurvig. Und die Hintermänner zu nervig.

Wer mal ein klitzekleines Off-Road-Feeling haben möchte, sollte zur Costa Verde im Südwesten der Insel fahren. Dort gilt es (vom Norden kommend), zweimal ein Flüsschen zu durchqueren, bis man an dem wunderschönen, kilometerlangen Sandstrand ankommt, der sich vor einer sehenswerten und richtig hohen Düne erstreckt.

Flussüberquerung auf Sardinien

Auch der VW Bus kann Offroad…

Campen direkt am Strand auf Sardinien

… und schon kann man mit dem Camper direkt am Strand stehen!

Nur noch einen Kilometer weiter geht die abenteuerliche Fahrt über sandig-rucklige Pisten zum Campingplatz mit dem unaussprechlichen Namen Sciopadroxiu. Sehr steil, sehr eng, einfach naturbelassen und mit einem großartigen Restaurant. Muss man mal erlebt haben. Außer mit einem großen Wohnmobil. Dafür ist einfach kein Platz (was wir persönlich jetzt nicht so schlimm fanden, dass mal keine Tupperschüssel auf dem Nachbarplatz stand).

Zusammengefasst kann ich sagen:

Sardinien war ein würdiger und überragender Abschluss meiner Europatour.

Endlich weiß ich, wieso da alle hinfahren oder hinfliegen. Ich habe meiner neuen Liebe „Leb wohl“ aber auch „Auf Wiedersehen“ gesagt. Denn diese Trauminsel muss bestimmt nicht lange auf meine Rückkehr warten.

Wildcamping am Strand von Sardinien

Sardinien, meine italienische Liebe!

Meine Tipps:

  • In der Nachsaison reisen. Die Preisunterschiede sind gewaltig. So kostet beispielsweise ein Bungalow auf einem Campingplatz im Juli viermal mehr als im Oktober. Auch die Fähren sind im Herbst wesentlich günstiger. Trotzdem ist überall noch Leben, genug Cafes und Restaurants haben geöffnet. Zudem ist das Wasser noch warm genug zum Baden, und auch die abendlichen Temperaturen sind meist angenehm.
  • Entweder mit dem eigenen Fahrzeug auf der Fähre anreisen oder sich auf Sardinien einen Leihwagen nehmen. Nur so lässt sich die reichhaltige Pracht dieser Insel entdecken. Wer sich nur ein Appartement am Strand mietet und dort nicht wegkommt, verpasst definitiv etwas.
  • Gemüse, Käse und Wurst unbedingt auf den lokalen Märkten einkaufen. So ein sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis habe ich noch nie erlebt. Ein Kilo sonnengereifter sardischer Tomaten für einen Euro, ein Kilo sardischer Parmesan (zwei Jahre gereift) für 9,90 Euro. Da schlägt das Herz jedes Kochs und Feinschmeckers höher.
  • Wer Wildcampen will, sollte wissen, dass es offiziell verboten ist. Wenn aber die Touristenmassen nach dem Hochsommer abgezogen sind, wird es häufig geduldet. Am besten bei der Ankunft am Stellplatz immer jemanden fragen, der dort schon steht, welche Erfahrungen er gemacht hat. Auf diese Weise hatten wir nie ein Problem.
Meer und Küste auf Sardinien

Ein absolut würdiger Abschluss meiner Europa-Tour!

VW Busse bei Nacht auf Sardinien

Eines weiß ich genau: ich komme wieder!

Dieser Artikel ist ein Teil des Blogwichtelns vom Blog Camp – Werde erfolgreicher Blogger!

Ich hoffe es hat dir gefallen und du bist nun auch ganz fasziniert von Sardinien!

Oder warst du etwa schon mal auf Sardinien und hast noch Geheimtipps für meine nächste Reise auf die Insel?
Was sollte man deiner Meinung auf keinen Fall verpassen?

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16 Responses

  1. Wim

    Großartig, lieber Mischa. Ich könnte sofort wieder los, wenn ich diese Zeilen lese. Das wird für mich mit Sicherheit auch nicht das letzte Mal auf der Insel gewesen sein. Schließlich haben wir noch einige Buchten und somit viele potentielle Stellplätze zu erkunden. Also nimm dir mal nix vor kommenden Oktober!

    Antworten
    • Mischa

      Hi Sabine,

      immer gerne 🙂 Vielleicht laufen wir uns dort unten dann über den Weg.

      Liebe Grüße
      Mischa

      Antworten
  2. Ramona

    Wundervoll geschrieben und trifft sofort mein Herz.. wie die Insel selber beim ersten Besuch!

    Antworten
    • Mischa

      Hi Ramona,

      wundervoller Kommentar, danke dir!

      Was auch immer die Insel mit einem anstellt, auf alle Fälle trifft sie wirklich ins Herz.

      Liebe Grüße

      Mischa

      Antworten
  3. Günther Hermes

    Einfach herrlich die Beschreibung meiner Insel. Mein erstes Mal auf der Insel begann mit einer FEWO bei Sassari (Platemona). Danach immer wieder mit dem WOMO und es wurde von Reise zu Reise schöner. Freue mich bereits auf 2015 an der Costa Rei-Campingcapoferrato-und weiter an die Südküste von Cagliari nach Bosa.

    Antworten
    • Mischa

      Hi Günther,

      oh, da bekomme ich ja Angst, wenn das immer noch schöner wird … 🙂

      Wünsche dir viele Freude bei deiner nächsten Tour auf der Trauminsel!

      Liebe Grüße

      Mischa

      Antworten
  4. Simone Commeamus

    Der pure Wahnsinn! Letztesn Sommer mussten wir uns zwischen Rom und Sardinien entscheiden und haben Rom gewählt. Obwohl es dort natürlich klasse war, hab ich jetzt nochmal richtig Lust bekommen, Sardinien zu entdecken. Diese Landschaft!!!
    Toller Beitrag 🙂

    Antworten
  5. Marc

    Hm stimmt, von Sardinien schwärmen echt alle! Ich bin erst gestern auf die Idee gekommen Ende April/Anfang Mai dorthin zu fahren. Bin aber noch unentschlossen, ist halt schon sau weit und die Fähre zieht auch noch ordentlich Scheine aus der Tasche 🙁
    Aber der Beitrag schiebt mein Grübeln etwas mehr Richtung Entschluss!

    Danke und liebe Grüße,
    Marc

    Antworten
  6. Elisa

    Ein toller Beitrag!!! Ich war letztes Jahr im Oktober auch mit dem eigenen Wagen auf Sardinien unterwegs und kann den Eindruck nur bestätigen. Obwohl der Trip nur eine „Notlösung“ war, habe ich es nie bereut und es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich auf der Insel unterwegs war.

    Lieben Gruß
    Elisa

    Antworten
    • Carina

      Das facht ja meinen Traum, dieses Jahr noch mal im Spätsommer runter zu fahren, noch einmal mehr an!
      Also, ihr macht’s einem auch nicht leicht 😉

      Liebe Grüße!

      Antworten
  7. Ulf

    Hallo Mischa,
    hast Du konkrete Tipps für einsame Stellplätze/Wildcamping? Möchte vorraussichtlich Ende Oktober mit meinem VW Bus die Insel bereisen. Da ich „nur“ 2 Wochen Urlaub habe und somit wenig Zeit bleibt Sardinien eigenständig zu erkunden, wären ein paar Insider Tipps super. Habe bisher in Foren wenig bis gar nichts gefunden, aber Dein Bericht trifft genau meinen Geschmack.
    Besten Dank,
    Ulf

    Antworten
  8. Ulf

    Hallo Mischa,
    hast Du konkrete Tipps an welchen Orten man gut stehen kann? Möchte Ende Oktober nach Sardinien, habe aber „nur“ zwei Wochen Urlaub und möchte daher nicht viel Zeit für die Suche nach geeigneten Plätzen verschwenden. Ich habe bereits in anderen Foren ausschau gehalten, aber Dein Bericht trifft genau meinen Geschmack.
    Besten Dank,
    Ulf

    Antworten

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