Mal soll es kaum glauben, aber:

Winter is coming in the Kalahari!

Die Blätter fallen und der sehnsüchtig erwartetet „Pula“ (Regen) ist leider ausgeblieben. Seit meiner Ankunft in der Kalahari hat es nur ein paar mal vereinzelt geregnet und das ist jetzt auch schon etwas länger her. Damit ist die Regenzeit jetzt schon zu gut wie rum und viele Pflanzen sind schon ziemlich trocken bzw. weitestgehend vertrocknet. Zum Glück konnte ich mit meinen Bestimmungen rechtzeitig anfangen als alles noch grün und saftig war. Jetzt hab ich nur noch 4 Plots vor mir (YEEAAH!) und fahre vielleicht schon nächste Woche Montag zurück nach Maun.

Man merkt den Winter aber auch nachts und vor allem morgens wenn man aus dem Zelt krabbelt und es doch schon recht kalt geworden ist. Tagsüber und vor allem mittags wird es aber immer noch brütend warm, dass man sich bei 30-40° einen abschwitzt. Für viele Tiere wird es schwer, den Winter zu überstehen, da auf der Game Farm zwar Wasserlöcher künstlich erhalten werden, aber sehr wenig Nahrung zur Verfügung steht.

Das Kernproblem besteht nämlich auch hier in der Game Farm und nicht nur auf den Rinderweiden in der Überweidung, dem Overgrazing. In meiner Bachelorarbeit werde ich die Game Farm mit der Cattle Farm und der Buffer Zone zum Central Kalahari Game Reserve vergleichen. Die beiden ersten Flächen sind gemanagte Gebiete, die mit großen Zäunen umgeben sind, damit die Tiere nicht abwandern. Dadurch, dass es in dieser relativ gesehen kleinen Fläche (11.000 ha) nicht genug große Raubtiere wie Löwen gibt, vermehren sich die Antilopen ohne Einschränkungen und fressen die nahrhaften Gräser so weit runter, dass diese sich nicht erholen können über die Trockenzeit. Dadurch breiten sich die Büsche immer weiter aus und die Game Farm sieht mittlerweile nicht mehr aus wie eine Grassavanne sondern gleicht eher einem Buschland.

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Game Farm – voll mit Büschen!

Die Buffer Zone hingegen wurde noch nie wirklich gemanagt und schließt nahtlos an das Central Kalahari Game Reserve an. Dieses ist übrigens das zweitgrößte Schutzgebiet weltweit und hat etwa die Fläche von Dänemark. Hier erkennt mal wirklich deutlich den Unterschied zu den überweideten Flächen, denn hier gleicht die Vegetation wirklich noch der klischeehaften Grassavanne! Das Bestimmen macht hier natürlich auch um einiges mehr Spaß, da man sich nicht durch ein Stachelfeld aus Akazien-Büschen und -Bäumen zwängen muss und an jedem zweiten Ast hängen bleibt.

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Buffer Zone – klassische Grassavanne

Was dann das Ergebnis der Bachelorarbeit sein wird, wird sich dann herausstellen. Momentan kämpfe ich noch mit einigen Pflanzen, die sich mit der eher dürftigen Literatur nicht bestimmen lassen…

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Meine fleißigen Feldhelfer!
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Bestimmungsarbeit…
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… mit ganz viel Zubehör

Noch ein kleines Update zu den Löwen: Die jungen Männchen haben jetzt den Dreh raus und springen eigentlich munter immer über den Zaun hinein und hinaus und deshalb müssen sie jetzt in ein neues Gehege, das wesentlich kleiner ist und einen höheren Zaun hat. Dort müssen sie dann solange bleiben bis sie nach Südafrika verkauft werden können…

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2 Responses

  1. Patrick

    Hey Carina,
    ich muss gestehen, ich bin doch schon fast etwas neidisch auf deine Bachelorarbeit.
    Klingt saumässig spannend. Deine beiden Feldhelfer sind allerdings etwas untypisch gekleidet 😉
    Wo bist du denn jetzt aktuell – wieder in Berlin?
    Wünsch dir viel Spass beim weiteren entdecken deiner Paradise
    Patrick

    Antworten
    • Carina

      Vielen lieben Dank!
      Ja, ich hatte wirklich großes Glück, dass meine Uni und meine Professoren mir so viel Freiraum gelassen haben und ich vollkommen eigenständig meine Bachelorarbeit in Botswana durchführen durfte.
      Tja, und meine Feldhelfer mussten dann auch nach einem Bestimmungstag feststellen, dass die Vegetation furchtbar kratzig und stachelig ist. Ich wusste ja schon, was mich erwartet 😉
      Das Ergebnis konnte sich übrigens auch sehen lassen 😉 Die natürliche Beweidung ist übrigens am besten, wenn sie in angemessenem Maße stattfindet. Allerdings ist die Beweidung mit Rindern auch nicht zu schlecht, wobei das natürlich ganz von der Bestockungsdichte der Farmen abhängig ist. Zu viel ist ja nie gut.

      Momentan bin ich wieder in Berlin und studiere in Potsdam Ökologie und Naturschutz. Der Master ist auch sehr cool, war ja vor zwei Monaten erst mit der Uni auf Borneo im Regenwald! Dort haben wir den kleinsten Frosch Asiens gesehen! 😉 http://last-paradise.com/kubah-nationalpark-borneo/

      Liebe Grüße

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