Nächtliche Suche nach dem Löwen und Leopardenspuren direkt vor meinem Zelt!

Aber erst mal der Reihe nach:

Die letzten Tage waren ziemlich aufregend. Nach meiner morgendlichen Feldarbeit am Mittwoch stand nachmittags das Schlachten der Esel an. Diese Esel dienen als Futter für die Löwen, die hier auf der Game Farm gehalten werden. Die Löwen stammen von den umliegenden Rinderfarmen und gelten als Problemtiere, da sie die Rinder, die hier sehr wertvoll und teuer sind, gefressen haben. Der Besitzer der Grassland Safaris hat dieser Löwen aufgenommen und hält sie  nun in großen Gehegen, wo sie zweimal wöchentlich von den Volontären gefüttert werden.

Dazu gehört es aber auch, die Esel zu schlachten, nachdem diese möglichst „schnell und sauber“ getötet werden. Da diese ganze Aktivität nicht so ganz mein Fall ist, konnte ich mich bisher immer rausreden. Aber gestern waren Valentin und seine Angestellten in der Stadt um Lebensmittel zu kaufen und so musste ich auch ran. Zumindest so halb 😉 Weil „Mama Kikuyu“ alias Paula aus Deutschland keine Schuhe mitgenommen hatte, musste ich ihr meine leihen und konnte deshalb nur im Auto sitzen bleiben. Schaaaade 😉

Nach dem Abendessen war es dann relativ ruhig und nach einer weiteren Folge Homeland wanderten die meisten auch ins Bett.

Aber nach ein paar Minuten ging auf einmal ein großer Trubel los – das Auto vom Lodgemanager kam ins Camp mit den Buschleuten, die ganz aufgeregt waren: „Ein wilder Löwe ist vom Central Kalahari Game Reserve in die Buffer Zone zum Camp eingedrungen!“ Valentin musste dann sein Gewehr holen um in Notfall den Löwen zu erschießen. Also alle rein ins Auto und versuchen den Löwen mitten in der Nacht aufzuspüren! Letztendlich haben wir nur Spuren vom Löwen gefunden und in den kommenden Tagen wird die Farm kontrolliert werden, ob der Löwe sich dort noch aufhält oder sogar Rinder reißt.

Nach all dem Trubel bin ich dann völlig müde ins Bett gefallen und gleich eingeschlafen.

Am nächsten Morgen gab es dann noch eine weitere kleine Raubtierüberraschung:

In der Nacht ist anscheinend an Leopard direkt an meinem Zelt vorbeigelaufen. Die Fußspuren waren noch deutlich zu erkennen!

Wie gut, dass ich mitten in der Nacht nur einmal aufs Klo gegangen bin… 😀

Aber der „Predatorday“ sollte noch nicht vorüber sein. Am Nachmittag stand ein Game Drive auf dem Plan und während ich im Camp meine Aufnahmebögen bearbeitet habe, haben die anderen ein frisch gekilltes Kudu (Antilope) gefunden, das ganz knapp davor von zwei Geparden getötet wurde. Die anderen sind dann sofort zurück ins Camp gefahren, um Kameras und Getränke zu holen und dann zum Kudu zurück zu fahren, um die Geparden beim Fressen zu beobachten. Also Laptop zu und mit rein ins Auto quetschen! Mit gefühlten 120 km/h und einer Menge Zweige im Gesicht sind wir dann beim „Kill“ angekommen und durften uns am Ort des Geschehens auch nicht viel bewegen oder unterhalten, da Geparden sehr scheu sind. Nach zwei Stunden warten, war uns das Glück beschert die Geparden zu Gesichte zu bekommen. Just in dem Moment, ging das WalkieTalkie los und eine weitere Raubkatze forderte ihre Aufmerksamkeit:

Ein junges Löwenmännchen war aus dem Gehege ausgebrochen und musste nun möglichst schnell wieder eingefangen werden! Da wir ja eh gerade an einer „Fleischquelle“ waren, hat Valentin den Geparden ein Bein von dem getötetem Kudu geklaut mit dem der Löwe angelockt werden sollte. Aber die ganze Aktion wurde dann doch auf den nächsten Tag verschoben, da es mittlerweile schon komplett dunkel war.

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Getötetes Kudu

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Bein für die Löwenjagd

Da der Löwe nun noch nicht wieder im Käfig war, hieß es: Alle früh ins Bett und möglichst wenig draußen rumlaufen! Gerade zu Bett gegangen, fing allerdings ein Geheule und Gejammer an, das sich wie ein gequälter Hund anhörte. „Was zum Teufel ist das? Ein Schakal vielleicht?“ Falsch gedacht, es war eine Hyäne, die gerade von dem Leoparden vermöbelt wurde, der die Nacht davor bei uns im Camp war! Die beiden sind bei ihrem Kampf beinahe in Valentins Auto gecrasht…

Am nächsten Morgen mussten dann Valentin und ein Volontär früh losfahren, um den Löwen wieder einzufangen. Es stellte sich dann am Gehege heraus, dass es sogar drei jungen Männchen waren, die entkommen sind. Da dies aber noch Jungtiere sind, ist es ziemlich einfach sie zu überlisten: Ein Stück Fleisch am Auto festbinden, Tor öffnen und wenn die Löwen das Fleisch holen wollen: Einfach ins Gehege fahren! 😉 Hat ganz gut geklappt.

Heute morgen kam dann jedoch die nächste Überraschung: Wieder zwei Löwen ausgebrochen! Und da gestern Fütterung der Rudel war, besteht leider kein Fressbedarf und bisher konnte noch kein Fangerfolg festgestellt werden…

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5 Responses

  1. Monika Hofmeister

    Hallo Hase,

    Bist du das, die da an dem Bein zieht auf dem Foto?

    Küsschen, Papa

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  2. Kristin

    Mensch Carinchen, da ist ja mächtig was los bei dir, pass bloß gut auf dich auf!
    Knutscher aus Neuseeland!

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  3. Anke

    Boa Carina,
    Ich bin total gefesselt und mir steht der Mund offen bei all den Sachen die du erlebst und die so überhaupt nicht Teil unseres Lebens in Deutschland sind. Toll, dass du da so viel über die wirklich großen Tiere erfährst und miterlebst. Das ist echt einmalig!!!!
    Und ich hab mich das selbe gefragt wie dein Papa?! Aber ich denke, du hast fotografiert, oder?

    Ganz viele liebe Grüße!
    Ich küss dich!
    Anke

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  4. Carina

    Die Löwenjungs konnten übrigens heute morgen wieder eingefangen werden!
    Und Anki hats richtig erkannt – ich hab fotografiert und den anderen den blutigen Teil überlassen 🙂
    Vielen Dank für die Kommentare und ganz viele Küsse nach DE und NZ 😉

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